Feedback

Feedback ist eine Rückmeldung an eine Person über deren Verhalten und wie dieses von anderen wahrgenommen, verstanden und erlebt wird.
Solche Rückmeldungen finden im Kontakt mit anderen ständig statt, bewusst oder unbewusst, spontan oder erbeten, in Worten oder körpersprachlich. Um diese Vorgänge deutlich zu machen und zu üben, und um die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu verbessern, wird Feedback im gruppendynamischen Training gezielt als Übung eingesetzt.

Prinzip und Wirkung

Selbstbild überprüfen
Jeder Mensch hat ein Bild über sich selbst (Selbstbild). Jeder Mensch hat Bilder über andere (Fremdbild). Selbstbild und Fremdbild sind fast nie deckungsgleich. Die Zusammenhänge sind gut beschrieben im Johari-Fenster. Je offener und ehrlicher Menschen einander mitteilen, wie sie einander wahrnehmen (Fremdbild), desto besser kann jeder sein Selbstbild überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Wirkung von Verhalten erkennen
Hinter jedem Verhalten steht eine (mehr oder weniger klare) Absicht. Jedes Verhalten hat eine Wirkung und wird von anderen unterschiedlich erlebt und beurteilt. Durch offenes Feedback kann der Empfänger erfahren, wie er auf andere wirkt. Er kann nun überlegen, ob er das so will und kann gegebenenfalls sein Verhalten verändern.

Beziehungen klären
In Beziehungen wird vieles verschwiegen. Durch offenes Feedback wird Verborgenes erkennbar. Wünsche und Bedürfnisse, Freude und Anerkennung können ausgetauscht werden, aber auch Ängste und Verletzungen können angesprochen werden. Dadurch entsteht Vertrautheit, Vertrauen und Nähe.

Arbeitsfähigkeit verbessern
In vielen Gruppen werden Gefühle unter den Tisch gekehrt. Dort entfalten sie oft eine zerstörerische Wirkung. Widersprüchliche Ziele führen oft zu Konflikten. Im offenen Feedback können Gefühle gezeigt und Beweggründe und Bedürfnisse erklärt werden. Dadurch entsteht Klarheit und diese kann zu einer besseren Zusammenarbeit führen.

Regeln
Damit ein Feedback für den Empfänger wertvoll ist, sind folgende Regeln sinnvoll:
Erbeten: Ein Feedback soll vom Empfänger gewünscht werden. Er soll etwas über sich lernen wollen. Er kann das Feedback mit einer Frage beginnen und den Feedbackgeber um eine Antwort bitten.
Beschreibend: Der Feedbackgeber soll beschreiben was er sieht oder hört, also beobachtbare Verhaltensweisen. (nicht bewerten, interpretieren, Motive suchen).
Konkret: Der Geber soll konkrete Situationen beschreiben. (nicht: "immer bist Du..").
Angemessen: Es geht darum, dass der Empfänger etwas über sich erfährt, etwas das ihm hilft sich und sein Sein in der Welt besser zu verstehen. (nicht darum, dass der Geber etwas "erreicht").

Ablauf
Zuerst werden die Teilnehmer über Sinn und Zweck des Feedbacks informiert. Dann wird der Ablauf erklärt und Fragen werden beantwortet. Das Feedback kann in Zweiergruppen geübt werden, oder reihum in der Gruppe. Der Empfänger nimmt eine innere Haltung ein, die zum Ausdruck bringt, dass er das Feedback "als Geschenk" betrachtet. Er hört aufmerksam zu. Das Feedback beginnt mit der Frage des Empfängers. Darauf antwortet der Feedbackgeber nach folgendem Schema:
ich habe beobachtet... ; ich habe dabei gedacht/gefühlt... ; meine Reaktion war... ; ich würde mir wünschen...

Anschließend bedankt sich der Empfänger beim Geber für das Feedback, und nimmt sich danach etwas Zeit, um die wichtigsten Punkte in seinem Tagebuch oder Arbeitsbuch festzuhalten.

Quelle: Wikipedia