Begrüßung

Ein Gruß, die Begrüßungsformel, Begrüßungsfloskel, Abschiedsformel und Abschiedsfloskel, sind eine formalisierte oder ritualisierte Geste, Floskel oder ein anderes Ausdrucksmittel zum Einleiten bzw. Abschließen eines Kontaktes.
Die Bezeichnung ist zurückgebildet aus dem Verb grüßen, welches auf das westgermanische grotjan – „zum Reden bringen, sprechen machen“ – zurückgeht. Bestimmte Gesten zeigen die Zugehörigkeit zu bestimmten Gesellschaften, Vereinen oder Bewegungen an.
Mit dem Gruß demonstriert der Grüßende seine Sicht der Beziehung zum Gegrüßten. Die Grußformen sind abhängig von Kultur, Zeit und Mode.
Bei persönlichen Kontakten wird verbal oder gestisch gegrüßt.

Sprache
Verbal geäußerte Grüße sind z.B. „Guten Tag!“, „Tag!“, „Hallo!“, „Grüß Gott!“, „Grüß dich!“ bzw. „Grüß Sie!“ (davon abgeleitet „Grüß Eahna!“ (im bairischen) sowie „Grüezi!“ in Teilen der deutschsprachigen Schweiz), „Servus!“, „Salve!“, „Moin!“, „Willkommen!“, „Mahlzeit!“, „Glück auf!“ oder „Hi!“. Ist der Gruß tageszeitabhängig (z.B. „Gute Nacht!“), spricht man von einem Tagesgruß.
Manche Grüße gelten sowohl für die Begrüßung wie auch für die Verabschiedung, so kann „Guten Abend!“ auch bedeuten, dass man dem Gegrüßten bei der Verabschiedung eine gute Nacht wünscht. Ein weiteres Beispiel ist in Bayern und Österreich „Servus!“, das sowohl für die Begrüßung als auch für die Verabschiedung gebraucht wird.
In Norddeutschland verbreitet ist „Tschüs!“ oder „Adschüs!“, im Rheinland „Tschö!“.
In Berlin und weiten Teilen Brandenburgs ist morgens ein schlichtes „Mojen!“, tagsüber „Tach!“ und zur Abendszeit „Abend!“ (oder auch „n’ Abend!“ für „einen schönen Guten Abend!“) gebräuchlich. Die hochdeutschen Begrüßungsformeln finden allerdings auch hier immer breitere Anwendung.

Gesten
Unter gleichrangigen Personen
Verneigung, Verbeugung demonstrieren Respekt.
Das Händeschütteln (der Handschlag) (Europa) drückt Verbundenheit aus auf gleicher Augenhöhe.
Umarmung als gesteigerte Form, Verbundenheit zu zeigen
Der Kuss bestätigt eine Zusammengehörigkeit in besonderem Maße
Abgeleitet hiervon ist der Wangenkuss bzw. das Aneinanderreiben der Wangen bei den Moslems
Einander Zunicken demonstriert in unterschiedlichem Maße gesellschaftliche Anerkennung unter Gleichgestellten.
Die erhobene rechte offene Hand (den Indianern zugeschrieben) symbolisiert, dass der Grüßende friedfertig ist (keine Waffe hat)
Das Erheben der offenen rechten Handfläche zur rechten Stirnseite, den kleinen Finger nach außen, ist ein üblicher Militärischer Gruß
Das Erheben der offen rechten Hand und anschließendes Berühren des linken Oberkörpers (Herzposition) mit der rechten Faust bedeutet: One Peace, One Love und ist unter Reggae-Leuten üblich.

Unter Personen verschiedenen Rangs
Niederwerfung, Fuß- und Kniefall oder die Abnahme der Kopfbedeckung symbolisieren Unterwerfung
der männliche Diener und der weibliche Knicks symbolisieren hohen Respekt
Hände auf unterschiedlichen Höhen (zum Gruß eines Höhergestellten: Hände oberhalb des Kopfes; bei einem Gleichgestellten: auf Kopfhöhe; bei Niedrigergestellten: unter Kopfhöhe

Begrüßung als Tagesordnungspunkt
Die "Begrüßung" ist sehr häufig der erste Tagesordnungspunkt in Sitzungen und ähnlichen Gruppenveranstaltungen. Oberflächlich betrachtet, erscheint sie in der Regel als im Vergleich zu den folgenden Tagesordnungspunkten unbedeutend.
Als Tagesordnungspunkt ermöglicht die Begrüßung jedoch, Rollenverteilungen in Sitzungen protokollarisch festzuhalten, ohne dass dies als Beeinflussungsmethode offen sichtbar und damit diskutierbar wird.
Als erste Aktivität in einer Begegnung sichert sie dem Grüßenden die wichtige einleitende Initiative in der Begegnung, die im Fall von Sitzungen dann auch formal dokumentiert wird. Die Begrüßung wirkt hier als Führungsinstrument. Ihre Gestaltung hilft dem Grüßenden, den Charakter der nachfolgend beginnenden Kommunikation auf einen von ihm gewünschten anfänglichen Arbeitspunkt zwischen Symmetrie und Komplementarität zu legen. Sind die Teilnehmer der Sitzung nicht in Beeinflussungsmethoden geschult, können ihre Rollen mit der Begrüßung effektiver manipuliert werden, als das bei einer expliziten Rollenklärung der Fall wäre.

Quelle: unbekannt