Rollenspiel

Für die Arbeit, die wir als Medientrainer leisten, lässt sich der Begriff „Rollenspiel“ ganz wörtlich nehmen: Es geht um das Spielen mit einer Rolle.

Das Wort „Spielen“ weist auf den Übungs- oder Ausprobier-Status hin, der das Rollenspiel auszeichnet. Während eines Rollenspiels kann eine Rolle (bzw. eine Beschäftigung, eine Funktion, eine Haltung, ein Status etc.) ausprobiert oder simuliert werden. Die TeilnehmerInnen eines Rollenspiels erhalten so die Gelegenheit, in einem „Schonraum“ (z.B. einem Qualifizierungskurs) – und damit relativ stressfrei – ihre späteren Rollen/Beschäftigungen einzuüben und auch bereits kritische Situationen zu simulieren. Dadurch werden nicht nur fachliche Kompetenzen erworben oder gefestigt. Besonders soziale Kompetenzen können durch das Rollenspiel in Gruppenkontexten gefördert werden, z.B. dann, wenn es darum geht, sich in die Rolle seines Gegenübers zu versetzen oder die eigene Rolle durch einen Anderen gespiegelt zu bekommen („Rollentausch“).

Der Einsatz von Rollenspielen erfordert – neben der Bereitschaft der Gruppe zum Spiel – klare Vorgaben durch die Leitung vorab (Welche Rollen werden vergeben? In welchem Rahmen findet das Rollenspiel statt? Etc.) und eine sich anschließende Diskussion mit der Gruppe, in der die Ergebnisse des Rollenspiels mit allen TeilnehmerInnen und BeobachterInnen thematisiert werden. Für die Leitung mag es hilfreich sein, gruppendynamische Prozesse, die sich während eines Rollenspiels (z.B. zwischen zwei TeilnehmerInnen) offenbaren, hinterher anzusprechen, damit nicht unkommentiert Einstellungen aus der spielerischen Situation in die Kursrealität übernommen werden.

Quelle: Tobias Schmölders